
Eine besondere Stellung innerhalb der Sportwetten nehmen die sogenannten Arbitrage Wetten (auch Sure Bets genannt) ein. Diese Wettart ist deswegen so faszinierend, da theoretisch keine Verluste entstehen können und immer ein kleiner, dafür sicherer Gewinn verbleibt.
Arbitrage Wetten nutzen die unterschiedliche Einschätzung ein und desselben Spielausgangs durch verschiedene Buchmacher aus. Sowie eine Arbitrage Situation entsteht, wird zugeschlagen und schnell die entsprechenden Wetten platziert.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Was genau ist eine Arbitrage Wette?
- 2 Die Nachteile von Arbitrage Wetten
- 3 Die Wettsteuer
- 4 Einsatzlimitierungen, Spielausschluß, Kontoschließungen
- 5 Stornierung der Wette
- 6 Hoher Organisationsaufwand
- 7 Unterschiedliche Regelungen bei Spielabbruch
- 8 Quoten können sich schnell ändern
- 9 Arbitrage Wetten sind nichts für Einsteiger
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Was genau ist eine Arbitrage Wette?
Eine Arbitrage Situation kann entstehen, wenn sich die Kurse von 2 oder mehr Buchmachern zu ein und demselben Wettmarkt unterscheiden.
Wir finden das Beispiel des Münzwurfs ideal um das Prinzip einer Arbitrage zu verdeutlichen. Beim Münzwurf gibt es genau zwei Möglichkeiten. Entweder es kommt Kopf oder es kommt Zahl.
Die Wahrscheinlichkeit beträgt 50% zu 50%.
Buchmacher A würde nach Abzug seiner Gewinnmarge eine Quote von 1,9 für Kopf und 1,9 für Zahl geben.
Buchmacher B, der weiß dass seine Kundschaft überwiegend auf Kopf tippt würde eventuell die Quote 1,8 für Kopf und 2,1 für Zahl geben.
Bei Buchmacher C tippen die Kunden tendenziell eher auf Zahl und er gibt die Quote 2,1 für Kopf und 1,8 für Zahl.
Sehen wir uns das einmal in einer Tabelle an:
Margen über 100 sind gut für den Buchmacher. Liegt die Marge unter 100 liegt eine Arbitragesituation vor.
Die Werte in der rechten Spalte spiegeln den benötigten Einsatz wider, der erforderlich ist, um eine Auszahlung von 100 Euro zu erhalten.
Bei der fairen Quote (2.0 auf Kopf und Zahl) müssten wir insgesamt 100 Euro setzen, um 100 Euro Auszahlung zu bekommen. Das wäre nur das Geld gewechselt und würde weiter nichts einbringen.
Tippen wir bei Buchmacher 2 müssten wir 105,26 Euro setzen, um 100 Euro Auszahlung zu erhalten. Dies würde einen Verlust von 5,26 Euro bedeuten. Dies wäre ungünstig.
Bei Buchmacher 3 und 4 würden wir ebenfalls einen Verlust erleiden, nämlich von 3,17 Euro.
Da sich Buchmacher 3 und 4 jedoch uneinig in der Quotengebung sind, entsteht eine für uns günstige Arbitragesituation.
Wenn wir Zahl bei Buchmacher 3 (Quote 2,1) für 47,62 Euro und gleichzeitig Kopf bei Buchmacher 4 (ebenfalls Quote 2,1) für ebenfalls 47,62 Euro tippen, dann sieht es auf einmal sehr gut aus.
Wir setzen insgesamt 95,24 Euro und bekommen in jedem Fall 100 Euro Auszahlung. Ganz egal, wie der Münzwurf ausgeht – Wir haben gewonnen:
In diesem Fall wären das 4,76€ Reingewinn – das entspricht genau 5% Nettogewinn!
Die Nachteile von Arbitrage Wetten
Die Wettsteuer
Für deutsche Sportwettenfreunde sind Arbitrage Wetten (Surebets) durch die Einführung der Wettsteuer unattraktiv geworden. Das Arbitrage-Ergebnis müsste durch die Wettsteuer bereinigt werden und dann bleibt leider nur noch wenig bis gar kein Gewinn mehr übrig.
Für Kunden aus Deutschland wird es zunehmend schwieriger, Arbitragesituationen ausfindig zu machen. Deswegen empfehlen wir die Surebets auch nur bedingt für Menschen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben.
Einsatzlimitierungen, Spielausschluß, Kontoschließungen
Es gibt leider Buchmacher, die Arbitragewetten nicht so gerne sehen und gerne einmal Spieler, die sie im Verdacht haben Arbitragen zu platzieren, mit Einsatzlimits, Spielsperren und im Extremfall (kommt wirklich nur sehr selten vor) mit der kompletten Sperrung des Kundenkontos belegen.
Stornierung der Wette
Das kann insbesondere dann vorkommen, wenn der Buchmacher erkennbar einen Fehler gemacht hat. Er könnte beispielsweise die Quote vertauscht haben. Wenn Bayern München eine Quote von 8 gegen Köln bekommt, dann stimmt etwas nicht. Das braucht man dann auch nicht zu tippen, da solche erkennbaren groben Fehler immer storniert werden.
Hoher Organisationsaufwand
Es ist wirklich sehr aufwändig Dutzende unterschiedlicher Wettkonten bei den unterschiedlichsten Buchmachern zu unterhalten. Hier brauchen Sie wirklich großes organisatorisches und buchhalterisches Talent, damit Sie immer Bescheid wissen, wo und bei welchem Buchmacher Sie gerade welches Kapital haben.
Daneben sollten Sie stets ein e-Wallet wie beispielsweise Neteller gut aufgeladen im Kampfeinsatz haben. Eventuelle Ein- und Auszahlungsgebühren können den Wettgewinn schmälern.
Unterschiedliche Regelungen bei Spielabbruch
Insbesondere bei Sportarten wie Tennis kann es öfter vorkommen, dass ein Spiel abgebrochen wird. Verletzungen, Regen, Dunkelheit etc. sind mögliche Gründe für einen Spielabbruch.
Die Buchmacher haben dann teilweise unterschiedliche Regelungen, wie in diesen Fällen verfahren wird.
Ein Buchmacher gibt bei abgebrochenen Spielen prinzipiell die Ersatzquote 1.0, während der andere Buchmacher beispielsweise das Ergebnis zum Zeitpunkt des Spielabbruchs zugrunde legt.
So könnte es passieren, dass bei Buchmacher B die Wette verloren geht, während Buchmacher A die Ersatzquote von 1 bezahlt. Dies würde einen herben Verlust bedeuten.
Arbitragen dürfen nur dann gespielt werden, wenn alle involvierten Buchmacher dieselben Bedingungen bei Spielabbruch haben.
Quoten können sich schnell ändern
Weiterhin kann passieren, dass man bei Buchmacher A die Wette noch platzieren kann, bis man jedoch bei Buchmacher B angelangt ist, hat jener dann die Quote gesenkt und die Arbitrage ist futsch.
In diesem Fall empfehlen wir lieber mit einem geordneten kleinen Verlust aus der Sache rauszugehen und dann eben die nächstbeste Quote bei einem anderen Buchmacher zu platzieren.
Arbitrage Wetten sind nichts für Einsteiger
Richtig! Da doch mit relativ hohen Einsätzen um relativ niedrige Gewinne gespielt wird, ist ein nicht zu knappes Kapital vonnöten, welches ständig verfügbar sein muss, damit Sie auf Arbitragesituationen auch reagieren können.
Weiterhin bedarf es viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl so zu wetten, dass die Buchmacher das Arbitragespiel nicht mitbekommen und eventuell zu Limitierungen greifen.
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